Das Jahr 2016 war für Nordrhein-Westfalen und Rösrath ein geburtenstarkes Jahr. Die Kinder von damals besuchen jetzt die dritte oder vierte Klasse der Grundschule. Ein Teil von ihnen wechselt zum nächsten Schuljahr auf eine weiterführende Schule.

Damit kommen mehr Neuanmeldungen auf die weiterführenden Schulen zu. Die Stadtverwaltung rechnet aktuell mit 336 Viertklässler:innen, die zum nächsten Schuljahr in eine weiterführende Schule wechseln. Das sind 52 (15 Prozent) mehr als im Vorjahr.

Beide weiterführenden Schulen in Rösrath – Gesamtschule und Gymnasium – haben bisher fünf Parallelklassen. Das soll laut Stadtverwaltung auch im nächsten Schuljahr so bleiben. Wie viele Schüler:innen aufgenommen werden, steht noch nicht fest.

Schon jetzt ist klar: Die Klassen werden größer als im aktuellen Schuljahr. Im Schuljahr 2025/2026 zählen die fünften Klassen am Gymnasium im Schnitt 24,5 Schüler:innen und an der Gesamtschule 25,2 Schüler:innen.

Ob die Kapazität reicht, um den Bedarf zu decken, wird im wesentlichen von zwei Faktoren abhängen:

  • Wie viele Eltern melden ihre Kinder für die jeweilige Schulform in Rösrath an
  • Wie viele Eltern melden ihre Kinder außerhalb von Rösrath an.

Zum aktuellen Schuljahr wurden 35 Kinder (12 Prozent) an Schulen außerhalb Rösraths angemeldet. Davor, zum Schuljahr 2024/2025, waren es 42 (15 Prozent).

Wenn wieder 12 bis 15 Prozent eine Schule außerhalb wählen, blieben von den 336 Kindern noch 286 bis 295 für Rösrather Schulen übrig.

Zum bestehenden Schuljahr wurden vor allem die folgenden Schulen außerhalb Rösraths gewählt:

  • Albertus-Magnus-Gymnasium und Johannes-Gutenberg-Realschule in Bergisch Gladbach
  • Gymnasium und Gesamtschule in Lohmar
  • Ursulinengymnasium in Köln

Auch in Lohmar und Bergisch Gladbach war 2016 ein geburtenstarkes Jahr. Das heißt aber nicht automatisch, dass nun mehr Kinder in die fünften Klassen kommen. Andere Einflüsse wie Zu- und Fortzüge spielen ebenfalls eine Rolle.

Die Stadtverwaltung Lohmar teilt uns mit, dass sie in den vergangenen Jahren steigende Schüler:innenzahlen verzeichnen, und auch in den kommenden Jahren mit steigenden Zahlen planen. Genauere Zahlen nannte sie nicht.

Die Stadt Bergisch Gladbach teilt uns auf Anfrage mit, dass sie einen leichten Rückgang der Übergänge in die weiterführenden Schulen verzeichnet. Für das laufende Schuljahr zählte die Stadt 1.037 Viertklässler:innen aus der eigenen Gemeinde, in diesem Jahr sind es noch 1.008.

In Lohmar und Bergisch Gladbach werden Kinder von außerhalb bei der Anmeldung nachrangig behandelt. Es gibt aber Ausnahmen: Wenn die gewünschte Schulform im eigenen Ort nicht existiert, werden auch auswärtige Kinder gleichwertig berücksichtigt. Das gilt zum Beispiel für Rösrather:innen, die eine Realschule besuchen möchten – die gibt es in Rösrath nicht.

In seiner gestrigen Sitzung hat auch der Rat der Stadt Rösrath einen solchen Beschluss herbeigeführt, der es ermöglicht, Kinder von außerhalb Rösraths bei Schulanmeldungen zurückzuweisen bzw. nachrangig zu behandeln. Manfred Stolte, der Erste Beigeordnete, begründete den Vorschlag der Verwaltung sinngemäß damit, dass man nicht vor der Situation stehen möchte, einzelnen Kinder aus Rösrath an der hiesigen Gesamtschule oder dem Gymnasium keinen Platz mehr anbieten zu können. Er erwartet, dass diese Regelung auch noch in den folgenden zwei bis drei Schuljahren von Bedeutung sein dürfte.

Anmeldeverfahren

Wie genau funktioniert eigentlich das Anmeldeverfahren? Grundsätzlich gilt, dass Eltern und Erziehungsberechtigte ihr Kind an nur einer Schule anmelden dürfen (§ 1 Absatz 1a der Ausbildungs- und Prüfungsordnung Sekundarstufe I).

Die Anmeldezeiträume für die beiden Rösrather Schulen liegen nacheinander, da die Gesamtschule ein vorgezogenes Anmeldeverfahren durchführt.

Gesamtschule Rösrath: Anmeldungen vom 6. bis 11. Februar. Termine können ab 7. Januar 2026 über die Website der Gesamtschule vereinbart werden.

Falls es mehr Anmeldungen als Plätze gibt, läuft ein Auswahlverfahren: Die Kinder werden nach ihren Noten in Deutsch, Mathematik, Sachkunde und Englisch in zwei Leistungsgruppen eingeteilt. Dann entscheidet das Los. Dabei werden Jungen und Mädchen aus beiden Gruppen gleich berücksichtigt. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf sind von diesem Verfahren ausgenommen.

Für das Freiherr-vom-Stein-Gymnasium startet das Anmeldeverfahren später und ist in zwei Phasen eingeteilt. Die erste Phase startet am Montag, dem 23. Februar 2026 und dauert bis Dienstag, dem 3. März 2026. Auch hier müssen Termine für das Anmeldegespräch vorab vereinbart werden. Die Website des Gymnasiums informiert über die Details.

In der zweiten Anmeldephase des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums werden nur noch Plätze vergeben, falls nach der ersten Phase noch Kapazitäten vorhanden sind. Diese Phase startet am Montag, dem 16. März und endet am Freitag, dem 20. März 2026.

Die Aufnahmekriterien richten sich laut Stadtverwaltung nach § 1 Absatz 2 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung Sekundarstufe I.

Beide Schulen benötigen eine Reihe von Unterlagen. Dazu gehört ein Anmeldeschein, den Eltern und Erziehungsberechtigte von den Grundschulen erhalten. Details dazu finden sich auf den oben genannten Webseiten.

Auch an zwei Schulen in Bergisch Gladbach gibt es ein vorgezogene Anmeldeverfahren, nämlich an der Integrierten Gesamtschule Paffrath und an der Nelson-Mandela-Gesamtschule. Auch hier finden Anmeldegespräche vom 6. und bis 12. Februar statt, also gleichzeitig mit der Rösrather Gesamtschule. Details zur Terminbuchung finden sich auf den Websites.

Für die weiteren Schulen in Bergisch Gladbach läuft die erste Anmeldephase vom 23. Februar bis 3. März, gleichzeitig mit dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium Rösrath.

Die Stadtverwaltung Lohmar gibt den Anmeldezeitraum 23. Februar bis 20. März an. Wir empfehlen, die Websites der Schulen im Blick zu behalten.

Fazit

Im kommenden Schuljahr dürfte es für manche angehende Fünftklässler:in, sowohl in Rösrath als auch den umliegenden Städten, schwieriger werden, einen Platz auf der gewünschten Schule zu bekommen.

Beruhigende Worte kommen von Heiner Plückebaum, Schulleiter des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums Rösrath. Auf einer Informationsveranstaltung erklärte er Eltern, dass sich Schulleitungen auch in den vergangenen Jahren eng miteinander abgestimmt haben, um allen Schüler:innen einen passenden Platz bieten zu können. Bei Bedarf würde so lange telefoniert, bis eine Lösung gefunden sei.

Quellen

Über den Autor: Marian Steinbach ist Mitbegründer des rösrathblog. Beruflich beschäftigt er sich als Designer mit der Schnittstelle zwischen Mensch und Computer. Er ist Mitglied bei BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und engagiert sich im Verein Netzbegrünung e. V. für digitale Souveränität. Er lebt mit seiner Familie in Rösrath-Stümpen.